Silvester zum Knast – Berlin Lichtenberg


Aufruf

Wir haben uns entschieden, die Silvester zum Knast Kundgebung einen Tag vor zu verlegen. Bei der Kundgebung geht es um die Menschen im Knast, die uns hören sollen, deshalb wollen wir die Sachenicht von den Bullen kaputt machen lassen. Dennoch, das Versammlungssverbot am 31. wollen wir nicht anerkennen und finden es gut, wenn Leute dagegen vorgehen und sich selbstbestimmt und solidarisch die Straße nehmen. Unsere kleine Aktion würde aber sofort von den Bullen zerschlagen und Menschen unnötig Repression aussetzen.Außerdem wollen wir das auch Leute kommen können, die sich den stress mit Cops gerade nicht leisten können.Wir laden dazu ein, die Leute in den Knästen nicht alleine zu lassen und ein Zeichen der Solidarität zu setzen, in dem wir am 30.12. vor den Knast gehen. Die Coronapandemie und der repressive Umgang des Staates damit, hat Menschen in den Knästen besonders hart getroffen und zusätzlich isoliert. In vielen Knästen kam es zu Unruhen, auch Aufständen. So etwa in Modena in Italien. Bei der Niederschlagung der Revolte wurden 14 Menschen durch die Carabinieri ermordet. In Berlin Moabit ist vor kurzem Corona ausgebrochen. Diese Isolation, die sie „Quarantäne“ nennen, um autoritäre Zwangsmaßnahmen durchzusetzen, muss durchbrochen werden! Unsere Aufgabe hier draußen sollte es deswegen u.a. sein, den Gefangenen zu zeigen, dass sie nicht allein sind.


Auch dieses Jahr wollen wir wieder gemeinsam Silvester zum Knast gehen. 2020 war für viele in dieser Stadt und auch außerhalb besonders scheiße. Corona hat gesellschaftliche Ungleichheiten und Misstände verschärft. Menschen in Knästen kriegen die Pandemie und ihre sozialen Auswirkungen sehr deutlich zu spüren: Mangelnde Gesundheitsversorgung, kein Schutz vor Ansteckung und zusätzliche Isolierung. Transmenschen, die vom Staat eingesperrt sind, sind in besonderem Maße von Transfeindlichkeit, patriarchaler und rassistischer Gewalt betroffen. Knast ist ein Resultat der alten herrschenden Praxis von Strafen und Abschreckung. Und als Anarchist*innen, als Feminist*innen, als Queers lehen wir Knäste und das, wofür sie stehen ab! Wie in den Jahren zuvor, wollen wir die Leute in den Knästen an diesem Abend nicht alleine lassen und ein Zeichen der Solidarität setzen in dem wir vor den Knast gehen. Lasst uns also gemeinsam das neue Jahr widerständig einläuten. Unsere Solidarität mit allen Menschen in Knästen, besonders Transpersonen.

Für eine Welt von Freiheit, frei von Knast und Patriarchat!


Termine

30.12.20, 18 Uhr, Kundgebung vor der JVA Lichtenberg


Poster, Banner


Demobericht


freethemall: Besuch der JVA Moabit und JVA für Frauen Teilanstalt Neukölln

In den deutschen Gefängnissen leben knapp 66.000 Strafgefangene auf engstem Raum zusammen. Sie sind aus vielen Gründen besonders gefährdet. Gefangene in deutschen Justizvollzugsanstalten leiden besonders oft unter schweren Infektionskrankheiten wie HIV oder Hepatitis und auch schon vor Corona war das Gesundheitssystem in den Knästen eine Katastrophe und auf ein Minimum beschränkt. In mehreren Knästen gibt es beispielsweise aktuell nicht eine*n einzige*n festangestellte*n Arzt oder Ärztin. Die Untersuchungen sind oberflächlich und anstatt einer medizinisch sinnvollen Behandlung wird für fast alle Krankheiten und Symptome Paracetamol verschrieben.

Nun schleppen Schließer*innen durch ihr verantwortungsloses Verhalten, das Corona-Virus in die Knäste der BRD. Sobald die Infektion eine Haftanstalt erreicht hat, droht sie sich dort rasant zu verbreiten. Nicht nur wegen schlechter Hygienestandards und Gefangenen mit angeschlagener Gesundheit. Problematisch ist auch die Enge. Manche Zellen sind mit drei, vier oder mehr Personen belegt, den Kontakt zu Mitgefangenen zu verringern, ist kaum möglich.

Wer dafür büßen muss ist klar! Dies zeigt sich in Form von Besuchsverboten, eingeschränkten Freigängen, maximalen Einschlußzeiten etc.

Nun zu Silvester wurden auch noch Feuerwerksverbotszonen um die Anstalten eingerichtet, um zu vermeiden, dass es zu Komplikationen im Vollzug kommt.

Für uns eine Ehrensache, dass wir zwei Tage vor dem Jahreswechsel bei der JVA Moabit und Vollzugsanstalt für Frauen – Teilanstalt Neukölln vorbeischauten.

Freiheit für alle! Für ein offenisves Jahr 2021!

via https://de.indymedia.org/node/129414


Demos / Aktionen in anderen Städten

Internationaler Aufruf in deutsch und englisch

Augsburg: https://de.indymedia.org/node/128425

Bremen: https://de.indymedia.org/node/128933

Dresden: https://ea-dresden.site36.net/silvester-zu-den-knaesten-wir-sind-nicht-alle-es-fehlen-die-gefangenen/

Hamburg: https://unitedwestand.blackblogs.org/up-date-zur-silvester-kundgebung-in-hamburg/

Freiburg: https://barrikade.info/article/4098

Göttingen: https://twitter.com/linksunten_goe/status/1343616453010882561

Köln: http://silvestermobi.blogsport.eu/

Linz: https://emrawi.org/?Linz-Furs-Jahresende-zum-Knast-1324

Global

New York, NY: https://nycabc.wordpress.com/2020/12/19/nye2020/

Durham, NC: https://twitter.com/DRMBeyondPolice/status/1341424789483888641

Cleveland, OH: https://twitter.com/FCAnarchists/status/1340819122314207232